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Helmut Lethen

Editorial

Die Philosophie des IFK Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften beruht auf den Grundsätzen von Überschaubarkeit, Kommunikation und Austausch der Disziplinen. Die Überschaubarkeit seiner Organisation ist nicht Selbstzweck, sondern soll den GastforscherInnen und NachwuchswissenschafterInnen Gelegenheit geben, miteinander ins Gespräch zu kommen. Zentren wie das IFK erlauben es, jenseits der Routine der Universitätsverpflichtungen und entlastet vom Druck des Broterwerbs, den eigenen wissenschaftlichen Projekten nachzugehen. Sie bieten die seltene und in Universitäten kaum noch wahrnehmbare Chance, sich im Rahmen von Diskussionsrunden und Gesprächen auszutauschen, neue Ideen zu entwickeln und Projektentwürfe zu testen.

Der freie Austausch von Ideen zwischen den SpezialistInnen unterschiedlicher Fachrichtungen ist aber nicht nur eine Organisationsform innovativer Forschung. Er trifft im akademischen Normalfall auf einen gewissen Widerstand der Disziplinen, die spezielle und schwer übersetzbare Wissenschaftssprachen entwickelt haben. Der Erfolg unseres Zentrums wird darin bestehen, ein kommunikatives Milieu herzustellen, in dem gemeinsame Fragen verschiedener Disziplinen austauschfähig werden: So wird zum Beispiel erkennbar, in welchem Grad Bildwelten der Naturwissenschaften von ästhetischen Normen gesteuert werden; wie sich die Tradition der philosophischen Anthropologie zu den empirischen Resultaten der neuen Biowissenschaften verhält; wie sich Strömungen der Globalisierung in Stadtplanung und Populärkultur niederschlagen oder warum in Gerichtsverhandlungen ein anderer Begriff von Evidenz herrscht als für den Betrachter/die Betrachterin von Fotografien. Die Dynamik des Austauschs schafft im Idealfall nicht nur neue Sichtweisen, die über jene hinausgehen, die man aus dem eigenen Fach mitbringt, sondern auch Elemente einer gemeinsamen Sprache und Begrifflichkeit. Wenn das Potenzial von Methoden und Begriffen in vorerst als fachfremd angesehenen Kontexten erprobt wird, können neue Horizonte des Wissens entstehen.


Helmut Lethen, Direktor des IFK


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