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Verlorene Gewissheiten

Kulturen der Evidenz


Die IFK_Forschungsschwerpunkte sollen das wissenschaftliche Profil des IFK im Wege innovativer Themen stärken und auf die wissenschaftliche Arbeit und Debatte der GastwissenschaftlerInnen fokussieren.

Verlorene Gewissheiten - Lebenswelten und Wissen im Übergang
Akademisches Jahr 2011-2012


Global flows unterschiedlichster Art sind schon länger ein Kernthema der Kulturanalyse. Aber gegenwärtig beeinflussen die transnationalen Ströme von Kapital, Menschen und Informationen mehr denn je den Zustand von Finanz- und Arbeitsmärkten. Ihre Verwerfungen entwurzeln die Einzelnen und erschüttern Gemeinschaften, soziale Beziehungen und Weltanschauungen. Die Lebenswelten, also jene selbstevidenten Instanzen von gemeinsamen Praktiken, Anschauungen, Werten und Kommunikationsmustern, die dem Sozialen zugrunde liegen, sind ähnlich starken Veränderungen unterworfen wie Klassenstrukturen, soziokulturelle Milieus und Geschlechterverhältnisse. Historisch gesehen sind solch weitreichende Umbrüche nicht neu. In kleinerem Umfang und in begrenzterer Reichweite charakterisierten globale Ströme auch die Entstehung des modernen Kapitalismus im 19. Jahrhundert. Einige ihrer Merkmale lassen sich sogar weiter in die europäische Geschichte und die Weltgeschichte zurückverfolgen. Der IFK_Schwerpunkt sucht die Spezifik dieser Entwicklungen sowohl historisch wie aktuell in den Blick zu bekommen und stellt dabei den Wandel von Wissensformen und symbolischen Ordnungen in unterschiedlichen kulturellen und geografischen Kontexten in den Brennpunkt der Analysen.

Die skizzierte Dynamik von Wissen, Medien und Lebenswelten wirft eine Reihe interessanter Fragen für die Kulturwissenschaften auf: Welche historischen Faktoren kennzeichneten bzw. kennzeichnen die wechselnden Formen der Wissensproduktion in Wissenschaft und Gesellschaft? Wie haben sich die alltäglichen Lebenswelten der Menschen durch die Erfindung, Dissemination und Rezeption neuer Informationstechnologien seit dem Beginn der Gutenberg-Galaxis verändert? Wie hat die elektronische Revolution die Architektur der Archive, die Logik des kulturellen Gedächtnisses und der Kanonbildung sowie die Gewinnung, Interpretation und Kontextualisierung unterschiedlicher Wissensformen beeinflusst? Welche Rolle spielen die neuen Informationstechnologien in der gegenwärtigen Transformation der Gesellschaft, ihres Generationenwechsel, der asymmetrischen Zugänge zu Wissen und der Definition des Politischen? Der neue IFK_Schwerpunkt soll diese Prozesse beleuchten und verständlich machen.

Historisch wie aktuell betrachtet haben diese vielfältigen und veränderlichen Konfigurationen von Kultur, politischer Ökonomie und Technologie sowie die neue Geografie von Mobilität und Migration weder klare Ausgangs- noch Endpunkte. Diese Phänomene können am ehesten durch pluralistische und relativierte Sichtweisen in den Blick genommen werden, da ein neuer Positivismus kaum Aufschluss über deren Komplexität geben kann. Sorgfältige historische sowie kulturwissenschaftliche und kulturanthropologische Forschungen können jedoch das Ausmaß und die Grenzen dieser weitreichenden Veränderungen aufzeigen. Folgende Themen können u. a. im Rahmen des Schwerpunkts bearbeitet werden:
  • Historische und aktuelle Fallstudien von global flows
  • "Westlicher" Individualismus versus andere Figurationen von Subjekt und Subjektivität
  • Kultur- und Technologietransfer im Spannungsfeld von The West & the Rest
  • Zirkulation von (visuellen) Medien, Images sowie ästhetischen Formen und Genres
  • Schaffung und Aneignung von Wissen in diversen kulturellen u. historischen Kontexten
  • Wahrnehmung, Evidenz und Interpretation von Medien im historischen Vergleich
  • Geografie und Zeitschemata mobiler KulturproduzentInnen und nomadischen Wissens
  • Kulturelle Ökonomien und Genres jenseits nationaler und ethnischer Grenzziehungen


Das IFK erwartet sich eine Thematisierung dieser weitreichenden Transformationen von Lebenswelten und Wissen ausgehend von unterschiedlichen Orten, historischen Epochen und geopolitischen Perspektiven und lädt Geistes-, Kultur- und SozialwissenschafterInnen zur Bewerbung ein. Das IFK ist nicht an ausschließlich theoretisch oder empirisch ausgerichteten Anträgen interessiert, sondern an Projektformulierungen, die konzise empirische Forschungen mit umsichtiger theoretischer Reflexion verbinden. Interdisziplinär konzipierte Einreichungen, die eine klar formulierte Fragestellung beinhalten sowie eine exzellente Kenntnis der relevanten Disziplinen und Forschungsansätze demonstrieren, haben die besten Chancen, durch den Internationalen Wissenschaftlichen Beirat des IFK positiv beschieden zu werden.

Antragsformular


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